“Chronik der Belecker Sturmtage ab 1948” online

In den vergangenen Monaten hat der Kultur- und Heimatverein BADULIKUM im Rahmen der Vorbereitungen für den Antrag zur Aufnahme in das “Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes” versucht, die Geschichte des Sturmtages zu dokumentieren. Dabei wurde sehr schnell deutlich, dass der Sturmtag bis in die 1960er Jahre über 500 Jahre lang mit dem morgendlichen Böllern um 5.00 Uhr, der Prozession um die St. Pankratius-Kirche um 5.30 Uhr und dem Sturmamt um 6.00 Uhr begangen wurde.

Die abendliche Sturmtagsfeier und viele andere “Bestandteile” des Sturmtags etablierten sich erst mit dem neuen Konzept zur Gestaltung des Sturmtages ab 1976 bzw. mit dessen Evaluierung in den Jahren ab 1988/89.

In der “Chronik der Belecker Sturmtage ab 1948”, dem Jahr, in dem der 500. Belecker Sturmtag in besonderer Form gefeiert wurde, kann man die og. Entwicklungen nun online auf fast 50 Textseiten und mit Hinweisen (Links) auf mehrere hundert Seiten mit weiteren Dokumenten nachlesen (Menü Sturmtag). Nach einer kurzen Einführung zu den Jahren 1948 – 1975 ist jeder Sturmtag ab 1976 detailliert mit dem Rahmenprogramm und Links zur offiziellen Einladung, dem Programm der Sturmtagsfeier und einem Pressebericht dokumentiert. Ab 1990 gibt es dann auch noch einen Link zum schon länger bestehenden Online-Archiv der Bürgermeister-Wilke-Preisträger mit dem Abdruck der Urkunde und der Laudatio des Vereinsvorsitzenden.

Zum 50. Todestag von Caspar Bracht

Der Kultur- und Heimatverein BADULIKUM gedenkt Ehrenbürger Caspar Bracht anläßlich seines 50. Todestages am 07.05.2019.

Caspar Bracht war neben seinen zahlreichen anderen Verdiensten ab dem 27.05.1934 der erste Vorsitzende des Verkehrsvereins e.V. Belecke/Möhne, einem der Vorgängervereine des Kultur- und Heimatvereins.

Eine Kurzbbiografie Caspar Brachts und die Ehrenbürgerurkunde vom 23.03.1965 sind im Buch “Zeitreise” auf den Seiten 54/55 abgedruckt.

Osterfeuer mit Feuerwehr-Einsatz – traditionelles Osterfeuer an der Külbenkapelle

Traditionell zündeten Kinder und Jugendliche mit ihren Fackeln den großen Reisigberg an der Belecker Külbenkapelle an und viele Schaulustige hatten dieses Spektakel freudig begleitet. Doch nur nach wenigen Minuten war die enorme Hitzestrahlung des Feuers zu spüren. Die Zuschauer wichen dem lodernden Feuer aus, und das trockene Gras an der kleinen Böschung des Kapellenweges stand schnell in Flammen. Die nahen Lärchen drohten sich zu entzünden.

Sofort wurde die Feuerwehr alarmiert, die nach kürzester Zeit mit Tanklöschfahrzeug TLF16/25 und Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF-20 am Einsatzort eintraf und mit der Schnellangriffsvorrichtung das Feuer an der Böschung und im angrenzendem Unterholz löschte. Anschliessend feuchteten sie die Wiesen um das Osterfeuer herum an und begleiteten das Spektakel noch eine weitere Zeit mit.

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Kinder und Jugendliche entzündeten an der Osterkerze ihre Fackeln fürs Osterfeuer

Das Osterfeuer an der Külbenkapelle hat eine lange Tradition. Bis in die 1970er Jahren schleppten die Pfadfinder einige Traktoranhänger voll mit Tannen und Tannenzweige und schichteten sie zum Osterfeuer auf. Entzündet wurde es über viele Jahre, und diese Tradition wird bis heute fortgesetzt, an der Osterkerze in der St. Pankratius-Kirche. Hier hatte am Ostersonntag Pastor Ralf Hubert Bronstert mit den Gläubige und den Kindern eine Andacht gefeiert, um danach an der Osterkerze die Fackeln zu entzünden. In einem Zug zogen sie von der Kirche zum Osterfeuerplatz. Sie stellten sich um den riesigen Reisigberg auf und zündeten das Feuer gemeinsam an. Trotz des Feuerwehreinsatzes ließen es sich Besucher am Getränkestand der JuKa kühle Getränke und Bratwürstchen gut schmecken. (msp)tatus und Sichtbarkeit

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Gemeinsam zündeten sie das Osterfeuer auf dem Külbenberg an. 
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Viele Zuschauer waren wieder einmal am Osterfeuerplatz.
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Ein Feuerwehreinsatz um das brennende Unterholz zu löschen
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Das Osterfeuer spiegelt sich im roten Lack des Einsatzfahrzeuges. 
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Mit dem Sprühstrahl befeuchtet eine Feuerwehrmann die umliegenden Wiesen. 

Rudi Bernat, Hans-Jürgen Hense und Friedel Schröder zu Ehrenmitgliedern ernannt.

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Freuen sich sichtlich über ihre Auszeichnungen als neue Ehrnmitglieder: Friedel Schröder und Hans-Jürgen Hense

Diese Generalversammlung Mitgliederversammlung des Kultur-und Heimatvereins Badulikum war in diesem Jahr eine ganz Besondere. Heimatvereinsvorsitzender Hans-Jürgen Raulf, ernannte Friedel Schröder, Hans-Jürgen Hense und Rudi Bernat zu Ehrenmitgliedern. Alle hatten sich in den letzten Jahren, jeder auf seine Weise, um den Heimatverein, und die Belecker Heimat verdient gemacht und dies wurde jetzt mit einer Urkunde und einem Pin vertieft. Alle anwesenden Mitglieder dankten dessen Engagement mit Beifall. 

Friedel Schröder ist seit 41 Jahren Mitglied im Verein. „Er ist ein Kämpfer für die Plattdeutsche Sprache und Pfleger der Sprache, er schreibt gerne eigene Gedichte und hat für die neueste Ausgabe der Buchreihe Belecke, Lebendige Geschichte, mit seinen Gedichten bereichert“, lobte Raulf und dankte für sein jahrzehntelanges Engagement. 

Seit 35 Jahren gehört Hans-Jürgen Hense dem Heimatverein an und seit dem Stadtfest 1988 ist er, dank seines umfangreiches Wissens um die Belecker Geschichte, Stadtführer. Er gehörte vom 1989 bis 2018 dem Beirat des Kultur- und Heimatvereins an und war bei der Nominierung des Bürgermeister-Wilke-Preisträgers immer dabei. „Weiterhin plant er zusammen mit seiner Ehefrau Rita seit zwölf Jahren die Kultur- und Städtefahrt für die Heimatfreunde in perfekter Weise“, hob Raulf hervor und verlieh im die Ehrenmitgliedschaftsurkunde. 

„Er ist ein Technikfreak und Perfektionist, er schuf für den Heimatverein die Medaille für den Bürgermeisterei-Wilke-Preis und ist begeisterter Sturmtagskanonier. Wir ehren heute Rudi Bernat für sein Engagement im Verein“, so Raulf. Rudi Bernat war viele Jahre im Beirat und 30 Jahre begeisterter Böllerkanonier. Seine Urkunde wird ihm in den nächsten Tagen verliehen, da er aus gesundheitlichen Gründen an der Ehrung nicht teilnehmen konnte. 

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Die Ehrenurkunde überreicht Hans-Jürgen Raulf an Hans-Jürgen Hense
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Ehrenmitglieder Friedel Schröder und Hans-Jürgen Hense. 
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Ehrenmitglieder, langjährige Mitglieder und der Vorstand des Kultur- und Heimatvereins Badulikum: Hans-Jürgen Raulf, Peter Kretschmer, Hermann Kroll-Schlüter, Edelbert Schäfer, Dr. Klaus Gorsboth, Klaus-Arthur Feller, Hans-Jürgen Hense, Heiner Maas, Dr. Thomas Schöne, Friedel Schröder und Rolf Jesse.
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Hans-Jürgen Raulf mit den Jubilaren Hermann-Kroll-Schlüter, Dr. Klaus Gorsboth und Heiner Maas. 

Neben diesen Ehrungen standen auch Ehrungen für langjährige Mitglieder auf der Tagesordnung. Alfred Bathe, Dr.Klaus Gorsboth, Manfred Heimann, Peter Kretschmer und Heiner Maas gehören dem Verein seit 25 Jahren an. Ein Man mit starkem Heimatinteresse ist Hermann Kroll-Schlüter, er gehört dem Verein seit 50 Jahren an. Alle erhielten eine Urkunde und den neuen Vereinspin. 

Die Sturmtagskanoniere, Belecker Nachtwächterzunft, Arbeitskreis Mühlrad, Plattdeutsche Sprache, Wanderfreunde und Sambadu, berichteten alle über ihre Aktivitäten im vergangenen Jahr. Karl-Hans Vahle erinnerte an das europäische Nachtwächter und Türmertreffen in Schwarzenberg, Erzgebirge und berichtete, dass das Interesse der Belecker an Nachtwächterführungen sehr groß sei, über 20 Mal seien sie gebucht worden. Über eine großartige und weitsichtige Investition berichtete Christoph Linn. Die Stromerzeugung in der Mühle wurde durch einen neuen Generator erheblich verbessert. So konnte trotz des trockenen Sommers der Generator auch bei Niedrigwasser fast durchgängig umweltfreundlichen Strom erzeugen. 

Hans-Jürgen Raulf informierte die 51 anwesenden Heimatfreunde darüber, dass die Arbeiten der Belecker Zukunftswerkstatt im vergangenen Jahr abgeschlossen wurden. Der Wilkeplatz hatte erst im Herbst einen Trinkwasserspender erhalten, das Bücherregal wurde nach dem Sturmschaden erneuert und die E-Bike-Ladestation ist jetzt einsatzbereit. „Wir freuen uns besonders, dass wir jetzt eine Dauergenehmigung für die Außengastronomie am Wilkeplatz erhalten haben. Immer an den Wochenenden und in den Ferien ist der Platz verkehrsberuhigt. Für diesen Wunsch der Bevölkerung haben wir uns gerne eingesetzt“, so Hans-Jürgen Raulf. 

Aber es geht weiter. Im Spätsommer dieses Jahres beginnen die Arbeiten für die Renaturierung der Wester, von der Paul-Gerhardt-Straße bis zu Stütings-Mühle. Die kleine Wester wird wieder in ihr ursprüngliches Flussbett verlegt und gleichzeitig wird ein Fuß- und Radweg zwischen Mühlengraben und Wester angelegt. Ein Damm für den Hochwasserschutz an Stütings-Mühle gehört ebenso zu der Massnahme wie ein kleiner Bach vor der Stadtbücherei, der auch als Fischwanderhilfe genutzt wird. 

Eckhard Uhlenberg hielt am vergangenen Sturmtag die Festrede beim 570. Sturmtag und konnte sich so einen genauen Überblick an Stütings-Mühle machen. Dabei gab er den Verantwortlichen des Heimatvereins den Rat, für dieses Anwesen das immaterielle Kulturerbe zu beantragen. Die alte Tradition des Sturmtags könne in die identitätsstiftende Rolle der UNESCO eingetragen werden. Allerdings seien die Hürden sehr hoch, doch dank dieser Tradition zu schaffen, sagte Uhlenberg im vergangen Jahr. 

Nun sind die Mitglieder des Vorstandes schon seit diese Zeit sehr engagiert, die sichteten Dokument, Fotos und Bücher. Den Sturmtag gibt es jetzt seit 571 Jahren, doch überlieferte Dokument gibt es nur seit etwas über 100 Jahren. Vieles sei sicherlich beim Stadtbrand 1805 für immer vernichtet worden, meinte Raulf. Aber einen Hinweis gibt es von 1912 und viele weitere nach 1948. Erst Mitte der 1970er Jahre wird dieses historische Fest regelmäßig begangen, immer besser organisiert und für die Bevölkerung eine somit Bereicherung der Belecker Geschichte. 

Für den Bereich Stütings-Mühle richtet der Heimatverein nun ein Informationszentrum Heimatgeschichte ein, kurz IZH. Es soll ein neues Projekt zur Erhaltung dieses Anwesens mit Hilfe des neu geschaffenen Heimatministeriums NRW werden. Neues schaffen, nicht restaurieren, ein Zentrum für die Bevölkerung mit interaktiven Stadtführungen, Erweiterung der Naturbühne, der Zugänglichkeit des Luftschutzbunkers, die gesamte Anlage für Schulkassen interessanter gestalten und Geschichte besser vermitteln.
Text und Fotos: Michael Sprenger

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Auszug

Diskussion

Brennmaterial für das Osterfeuer ab Ende März anliefern

In jedem Jahr wird am Ostersonntag (21.04.19) auf der Külbe das Belecker Osterfeuer abgebrannt; – organisiert wird diese traditionelle Veranstaltung vom Kultur- und Heimatverein BADULIKUM und dem JuKa. Wie in den vergangenen Jahren besteht auch im Jahr 2019 für die Belecker Bevölkerung wieder die Möglichkeit zur Anlieferung von Brennmaterial, wobei ausschließlich nur Tannenreisig und Baumschnitt angenommen werden. Dies ist so in einer Verordnung für sog. “Brauchtumsfeuer” geregelt. Die Anlieferung ist an den drei Samstagen vor Ostern (30.03., 06.04. und 13.04.19)jeweils in der Zeit von 9:00 Uhr bis 15:00 Uhr möglich. Die Aufsicht übernimmt hier der Kultur- und Heimatverein. Die Aktiven des Belecker Jugendkarnevals werden an den Tagen vor dem Osterfest das angelieferte Brennmaterial und die Weihnachtsbäume aus der Abholaktion der Pfadfinder um- und aufschichten und “rund um die Uhr” bewachen. Am Ostersonntag tragen dann die Messdiener / innen nach der Ostervesper um 19.00 Uhr in der Propsteikirche St. Pankratius das Licht der Osterkerze im Fackellauf zum Osterfeuer. Gegen 20:00 Uhr wird das Osterfeuer auf der Külbe angezündet und abgebrannt. Die Bevölkerung ist hierzu schon jetzt herzlich eingeladen.