Wenn Bilder Geschichten erzählen …

Im neuen Belecker Heimatbuch „Zeitreise“, mit dem der Kultur- und Heimatverein Badulikum im 1075. Jubiläumsjahr der Badestadt die neue Buchreihe „Belecke. Lebendige Geschichte.“ gestartet hat, ist ein bislang unveröffentlichtes Foto aus dem Besitz der Familie Hense (“Teuwes”) abgebildet. Es zeigt unter anderem in der oberen Bildmitte den Propsteiberg. Man erkennt deutlich die alte Kirche, direkt davor die Scheune des Pastorats, also den heutigen Kindergarten St. Pankratius. Rechts davon sieht man das kleine Toilettenhäuschen, das bis in die 1950er Jahre hinein von den Schülerinnen und Schülern der Volksschule aufgesucht werden musste. Das waren immerhin etwa 50 Meter – eine ziemliche Wegstrecke für die Kleinen, bei Wind und Wetter. Weiter links erkennt man noch den alten Giebel des von bzw. für Pfarrer Schlechter, der 1923 nach Belecke kam, umgebauten Pfarrhauses. Das Foto dürfte also aus der Zeit vor 1924 stammen und ist vermutlich von der heutigen Wiesenstraße/Ecke Hirschberger Straße aus aufgenommen worden.

Belecke-vor-1936

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Josef Rose, Jahrgang 1928 und ein Kenner der Belecker Geschichte, macht aber jenseits des bildprägenden Propsteiberges auf etwas Anderes aufmerksam, das bislang „übersehen“ wurde: Im unteren linken Drittel, an der Grenze zu den Feldern, werden bei genauer Betrachtung eine große Abzäunung und ein Tor sichtbar. Das war der erste Belecker Sportplatz, der sich nordwestlich der Hirschberger Straße befand und wo heute die im Volksmund immer noch so genannten „Siepmann-Blöcke“ stehen. Das Gelände gehörte einst der Ziegelei Simon, einer wohlhabenden Belecker Familie mit großem Grundbesitz, die ihren Betrieb auf dem Gelände des heutigen Feuerwehrgerätehauses führte. Sie hatte vormals an dieser Stelle Lehm für die Ziegelherstellung abgebaut. Oberhalb davon steht, auf dem Foto erkennbar an der hohen Giebelseite, das heutige Autohaus Sommerfeld an der B 55. Ganz links sieht man den alten Hof Simon-Rüther, genannt „Klogges“, und daneben das heutige Haus Burtzlaff nahe der Silbke, wo sich früher die Schreinerei Grote befand.
Der alte Sportplatz selbst diente den Belecker Kickern bis Ende der 1930er Jahre als Fußballfeld. Er wurde, so Josef Rose weiter, sodann abgelöst durch den Bau eines neuen Sportplatzes und des Belecker Freibades, dessen erster Bademeister Peter Hoppe war. Wohl spätestens in den frühen 1960er Jahren wurden der Sportplatz und die Schwimmanstalt geschlossen, die später dann den Schiffsmodell-Bauern eine zeitlang zur Nutzung zur Verfügung stand. Heute befindet sich dort der Persta-Parkplatz nahe der Möhne. Im gleichen Zuge wie der Bau der Realschule wurde dann der neue Sportplatz in den weiter östlich gelegenen Möhnewiesen errichtet, der bis heute als dritte Sportstätte seiner Art in Belecke im Dienst ist. Demnächst wird er vielleicht durch einen Kunstrasenplatz des umtriebigen TuS Belecke abgelöst werden.
So kann ein Foto völlig überraschend ein Stück wenig bekannter Belecker (Sport-)Geschichte erzählen! Wer noch mehr Neues und Überraschendes aus der Belecker Geschichte erfahren möchte, kann sich schon heute Samstag, den 16. November 2013, vormerken. Der Belecker Historiker Werner Rellecke wird in unterhaltsamer Weise einen informativen Abend als 4. Werkstattgespräch gestalten. Näheres wird demnächst bekannt gegeben.

Bericht: Dr. Thomas Schöne

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