573. Belecker Sturmtag im zweiten Corona-Jahr


Kultur- und Heimatverein Badulikum setzt Böller-Brauchtum ohne Öffentlichkeit fort / Besuch des morgendlichen „Sturmhochamtes“ in der Heilig Kreuz-Kirche erwünscht

Der Belecker Sturmtag erinnert seit Jahrhunderten an den vergeblichen Versuch angreifender Soester Soldaten, im Jahre 1448 die damalige Stadt Belecke zu plündern. Der Kampf an der Belecker Stadtmauer war Teil der Soester Fehde (1444 bis 1449). Dies war der Krieg zwischen der abtrünnigen Stadt Soest und ihrem früheren Landesherrn, dem Erzbischof von Köln, dem Belecke – wie viele andere Städte des kurkölnischen Sauerlandes auch – die Treue hielt.

Der erfolgreichen Abwehr wird alljährlich durch das viertelstündliche Böllern am Mittwoch vor Pfingsten von 05:00 Uhr bis 08:00 Uhr und einen Gottesdienst erinnert. Dies soll auch im Jahre 2021 so sein – wenngleich auch ganz anders, als es die Belecker Bürgerschaft und ihre zahlreichen Gäste bis vorletztes Jahr gewohnt waren. Denn im zweiten Corona-Jahr wird das Böllern wiederum ohne jede Öffentlichkeit stattfinden müssen. Hans-Jürgen Raulf, Vorsitzender des Kultur- und Heimatvereins Badulikum e. V. (KuH), erklärt: “Auch in diesem Jahr wollen wir den Sturmtag trotz der widrigen Umstände nicht ausfallen lassen. Wir müssen jedoch um Verständnis dafür bitten, dass das traditionelle Böllern unserer Belecker Sturmtagskanoniere unter Ausschluss der Öffentlichkeit und allenfalls mit den verantwortlichen Vereinsmitgliedern und dem Ortsvorsteher stattfinden kann.”

Zum “Sturmhochamt”, das von Pastor Ralf Hubert Bronstert am 19. Mai um 08:00 Uhr in der Heilig Kreuz-Kirche zelebriert werden wird, sind dagegen alle Stadtvertreter, die Belecker Vereinsvertreter und die Bevölkerung herzlich eingeladen. Stellvertretend für alle Vereine sorgt die Bürgerschützengesellschaft Belecke für den Fahnenschmuck am Altar. Es gelten dort natürlich die bekannten Corona-Regeln für den Gottesdienstbesuch. Noch einmal der KuH-Vorsitzende: “In früheren Jahren wurde das “Sturmhochamt” stets am Vormittag in würdevoller Erinnerung an das Jahr 1448 und den Tod des tapferen Bürgermeisters Wilke gefeiert. Daran wollen wir, wie schon vergangenes Jahr, erneut anknüpfen.”

Die gemeinsame Sturmtagsfeier am Abend muss wegen der aktuellen Beschränkungen ebenso wie Singen der Belecker Nachtwächterzunft am Vorabend des Sturmtages und die lieb gewonnenen Aktionen mit der Westerbergschule leider gänzlich ausfallen – nicht ohne die Hoffnung auf einen unbeschwerten 574. Sturmtag im Jahre 2022.

Foto:     Michael Sprenger
Das Böllern am Sturmtag findet statt – nur ohne Öffentlichkeit

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